Charakter und Verhalten

Beim Stöbern im Internet erhält man verschiedene Informationen zum Wesen des Slovensky Cuvac:
Vom überaus idealen Familien- und Begleithund bis zum hochkritischen, nur für wenige auserwählte Hundeexperten geeigneten Hund ist hier die Rede.
Leicht irritiert über die sich widersprechenden Aussagen in denselben Texten stellt sich die Frage:

Wie ist er denn nun, der Slovensky Cuvac?

Ist er nur etwas für eine kleine auserwählte Randgruppe von Menschen oder doch ein idealer
Familienbegleithund mit sehr freundlichem Wesen?

Das erinnert ein wenig an Mütter und ihre Kinder auf dem Kinderspielplatz:
Da ist der eine Knirps schon mit einem Jahr “stubenrein” (?), kann laufen und sprechen… und der andere trägt noch mit 3 Jahren unbekümmert seine Windel. Natürlich überwiegen die “Superkinder” und deren Mütter erzählen stolz weitere Wundergeschichten über ihre Sprösslinge. Und es gibt die Mütter, die sich fragen, ob sie mit ihren “Otto-Normal-Verbraucher”-Kindern Exoten sind.

Nirgendwo wird soviel geschwindelt und übertrieben, Negatives verdrängt oder beschönigt wie z.Bsp. : auf einem Kinderspielplatz, bei der Darstellung unserer hundlichen Lieblinge und ebenso bei Rassebeschreibungen durch manche Züchter.

Ehrliche Auskünfte über eine Rasse sollte man jedoch von einem Züchter erwarten können.
Die Liebe verblendet bekanntlicherweise und verwischt den Blick auf´s Wesentliche.
Das andere Extrem: Ein Hund nur für hochkompetente Leute, kein Anfängerhund usw…..

Ja, wann ist man denn kompetent?

Wichtig für den zukünftigen Halter ist, dass er weiß, was auf ihn zukommt und was er von dieser Art Hund erwarten kann. Wichtig für den Züchter ist, dass er erfährt, was sein Welpe von diesem Halter erwarten kann.
Kompetenz läßt mancher missen, der schon jahrzehntelang Hunde hat. Kompetent kann jemand für seinen individuellen Rassehund werden und sein, wenn er offen und lernbegierig ist und engagiert und motiviert an die neue Aufgabe “Hundekind-Erziehung” herangeht.

Was ist realistisch?

Ursprung und Funktion des Slovensky Cuvac:
Ein SC gehört zur Gruppe der Herdenschutzhunde/Hirtenhunde. Diese Hunde “schützen also ihre Herde” und das Gebiet, auf der sie sich gerade mit dieser befinden. Je besser HSHe das Gelände kennen und je vertrauter es ihnen ist, umso effektiver ist dieses “Aufpassen”.
Der Begriff “Hirtenhunde” klärt darüber auf, dass diese Hunde Helfer der Hirten, also des Menschen sind.

Wie äußert sich diese Wachsamkeit?

Alles für ihn Ungewöhnliches, das er sieht oder hört, erregt seine Aufmerksamkeit und er quittiert es erst einmal mit einem Bellen.
Dann schaut ein SC genauer nach. Wenn es nichts “Schlimmes” war, dann hat das Bellen nicht geschadet. Wenn doch, dann hat das- oder derjenige eindeutig schon rechtzeitig eine Warnung erhalten, dass das Gebiet besetzt und gut bewacht wird.
Diese typische Verhaltensweise ist mehr oder weniger in den meisten Slovensky Cuvac verankert:
Erst wird gebellt, dann nachgeschaut und kritisch abgewogen und zum Schluss bewertet – gefährlich oder ungefährlich, unbekannt oder bekannt.

Je mehr ein SC positiv kennenlernen kann und kennt, desto seltener wird er sein Bellverhalten
zeigen.

Ein Slovensky Cuvac ist also ein hervorragender Wächter mit all den dazu notwendigen Eigenschaften:

  • vorsichtig und umsichtig
  • zurückhaltend gegenüber Unbekanntem
  • defensiv
  • geistig und körperlich beweglich
  • selbständig und intelligent
  • freundlich und überaus verträglich mit allem und allen, was und welche er kennt
  • eindeutig in seinem Verhalten
  • zärtlich und hingebungsvoll in und mit seiner Familie
  • tendenziell eigenständig und selbstbestimmend
  • ursprünglich, widerstandsfähig und allwettertauglich

Was er braucht?

  • beständige und sichere Menschen
  • ein möglichst ebenerdiges Zuhause mit eingezäuntem Garten
  • eine konsequente und eindeutige Erziehung
  • Durchsetzungskraft und Durchhaltevermögen seiner Erzieher
  • Bezugspersonen, die ihm besonders in seinen ersten beiden Jahren viel qualitative Zeit widmen und ihm nicht zuviel zumuten an Reizen
  • genügend Ruhephasen zum Entspannen (sehr wichtig) und zur Verarbeitung dieser Reize
  • besonders als Welpe und Junghund eine einfühlsame und sorgfältige Sozialisation mit Menschen, Tieren und Umwelt.

Bei Berücksichtigung dieser Faktoren und als Ergebnis einer geduldigen Erziehung wird ein
Slovensky Cuvac ein guter Begleiter sein.
Bei Vermeidung ständiger langweiliger Wiederholungen können Individuen dieser Rasse z. Bsp. Breitensport, Such- und Rettungshundearbeit betreiben und unter bestimmten Voraussetzungen sogar geduldige und belastbare Therapiehunde sein.

Hundeanfänger können sehr wohl auf diese Rasse zurückgreifen, da sie meist unvoreingenommen und engagiert auf diese Hunde eingehen und sich gerne beraten und unterstützen lassen.
Wo dies durch den Züchter und evtl. auch durch einen Hundetrainer geboten wird, haben “Beginner” häufig sehr gut erzogene und sozial integrierte Slovensky Cuvac.